“Biowaffe Mensch” - unbeantwortete Fragen
Biologische Waffen sind Massenvernichtungswaffen, bei denen Krankheitserreger oder natürliche Giftstoffe (Toxine) gezielt als Waffe eingesetzt werden.
Der SPD-Bundestagsabgeordneten Siegmund Ehrmann hat in einem Interview mit der BILD-Zeitung am 17. April 2009 die Bezeichnung „Biowaffe“ für Menschen mit HIV und AIDS verwendet.
Diese Worte haben zu großer Aufregung in der Gemeinschaft der Betroffenen geführt. Es gab viele Kommentare in Foren, in denen seine Worte als ein erneuerter Vorstoss in Richtung Diskriminierung und Stigmatisierung gesehen werden.
Herr Ehrmann ist mit einer eigenen Webseite im Internet vertreten. Hier präsentiert er sich als einen Menschen, der sich den christlichen Werten verbunden fühlt.
Nach den Angaben auf seiner Webseite ist Herr Ehrmann seit 2009 Präses (Aufsichtsratsvorsitzender) des Neukirchener Erziehungsvereins und seit 2008 Mitglied der Kreissynode des evangelischen Kirchenkreises Moers.
Eine Gruppe von Menschen als Biowaffen und sich selbst als Christ zu bezeichnen, lässt sich auch bei genaueren Nachdenken schwer vereinbaren. Um diesen Widerspruch aufzulösen, wurde der Dialog mit dem Neukirchener Erziehungsverein und der Kreissynode gesucht.
Ein Betroffener hat eine schriftliche Anfrage an den Leiter Öffentlichkeitsarbeit des Neukirchener Erziehungsverein Ulrich Schäfer mit der Bitte um eine Stellungnahme gerichtet.
Der Superintendent des Kirchenkreises Moers, Pfarrer Ferdinand Isigkeit wurde angeschrieben und gefragt, ob Herr Ehrmann mit dieser Aussage auch im Sinne des Kirchenkreis Moers gesprochen hat.

Jesus schlägt keinem die Tür vor der Nase zu.
Der christliche Glauben beruft sich auf Leben und Verkündung Jesu. Seine Worte und Taten sind auch heute noch die Grundlage für jedes Handeln im christlichen Sinne.
Jesus gibt kranken und schwachen Menschen im wahrsten Sinne des Wortes Ansehen. Wo viele Menschen nur noch wegsehen, wenn ein Mensch schwach wird, wenn er krank wird, schaut er hin und durchbricht jene verhängnisvolle Mauer des Schweigens, die die Krankheit um einen Menschen errichten kann. Er zeigt, dass sich hinter dem Gesicht einer Krankheit ein Mensch verbirgt, der Nähe und Zuwendung braucht.
Jesus räumt mit dem Märchen auf, dass Gott den Menschen durch eine Krankheit bestrafen könnte. Gott zeigt sich in Jesus als jemand, der Menschen herausholen möchte aus den Nöten, die eine Krankheit mit sich bringt. Er handelt als jemand, der Menschen in dieser Situation den Rücken stärkt. Jesus macht ihnen Mut und spricht ihnen Trost zu.
Jesu Verkündigung richtet sich an die Menschen am Rande der Gesellschaft. An Menschen, für die kaum einer ein gutes Wort übrig hat. An Menschen, mit denen die vermeintlich Guten und Frommen sich nicht abgeben wollen. Es sind die Menschen, die sich fremd in ihrem Glauben fühlen, die Suchenden, die Ratlosen. An sie wendet sich Jesus.
Jesus Zuwendung richtet sich an Menschen, denen das Leben schwer zusetzt und denen das Leben schwergemacht wird. Jesus schlägt keinem die Tür vor der Nase zu.
Der Neukirchener Erziehungsverein beantwortete die Bitte um eine Stellungnahme mit einem Verweis auf das Dementi von Siegmund Ehrmann.
Die Frage an den Superintendent des Kirchenkreises Moers, Pfarrer Ferdinand Isigkeit, wurde bis heute nicht beantwortet.
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Der 32. Deutsche Evangelische Kirchentag vom 20. bis 24. Mai 2009 in Bremen steht unter der Losung „Mensch, wo bist du?“
Kirchentagspräsidentin Karin von Welck charakterisierte das Losungswort als eine Einladung zu einem Glaubensfest, zum Dialog mit Gott sowie „zur Diskussion der brennenden Fragen unserer Zeit“ und wolle „ein Zeichen setzen für Menschlichkeit in unserer Welt“.















Ich möchte in dem Zusammenhang auf einen Beitrag von Stefan Niggemeier hinweisen, der sich mit seinen Fragen direkt an Herrn Ehrmann gewendet und (nach einem Blogartikel über die zunächst unbeantworteten Fragen) eine Antwort erhalten hat: http://www.stefan-niggemeier.de/blog/siegmund-ehrmann-und-die-biowaffe-hiv/
die scheinbare vereinbarkeit von “mensch = biowaffe” und “christ” scheint auch mir schwer verständlich, schwer erträglich. erst recht die scheinheilige “erklärung” von herrn ehrmann.
neben der frage des glaubens stellt sich hier m.e. auch die frage der menschenrechte sowie der verleumdung / ‘volksverhetzung’. deswegen habe ich anzeige erstattet.
http://www.ondamaris.de/?p=9662
sollte es berichtenswertes dazu geben, werde ich postn …
@André
Die Seite und auch die Antwort ist bekannt - und ändert nichts am Inhalt. Hier ist nach wie vor Erklärungsbedarf vorhanden. Und als MdB ist man den Bürgern schon Rechenschaft schuldig - auch wenn es um die Beantwortung - pers Stellungnahme zu “unbequemen Fragen” geht.
Was schwerer wiegt, Menschen mit HIV/Aids zu kriminalisieren oder fragenden Menschen die Türe vor der Nase zuzuschlagen, mögen die Schuldigen mit ihrem Gewissen ausmachen. Fragwürdig für mich ist jedoch, dass unsere Kirche für solche offen zu sein scheint, die Andere aufgrund ihrer Erkrankung verteufeln und vor solchen ihre Tore zu verschließen scheint, die ebendiese unchristliche Umgangsweise in Frage stellen.
@ cornelia
bis auf ausnahmen - von denen mir jetzt mal keine einfällt - zeichnet sich doch jede “religion/kirche” durch ihre ablehnende haltung gegenüber sex - sexuelles verhalten - identität der nicht ihrem bild entspricht aus. insofern wundert mich solches verhalten nicht.
Nun ja, Kirche und Gott sind nun mal zwei verschiedene Dinge. Erst als ich mir dieses bewusst machte, konnte ich mich von der Institution KIRCHE trennen und mich meines faden Beigeschmacks nach meinem Kirchenaustritt entledigen.
“GOTT schuf den Menschen nach seinem Ebenbild”, so erzählte mensch mir. Dies ist NICHT die Wahrheit! Es ist genau andersherum: Der MENSCH schuf Gott nach SEINEM Ebenbild.
Liebe Grüße
Margitta Lamers
RT @fransvonhahn Mein Vorschlag ist "Biowaffe Mensch" http://bit.ly/ogKpW #Unwort_des_Jahres
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