vertreten - verkauft - verraten von “Vergiss AIDS nicht e.V.”

Autor: Andreas Bemeleit

Eine Interessenvertretung soll die Interessen einer bestimmten gesellschaftlichen Gruppe definieren und vertreten. Der Verein “Vergiss Aids nicht e.V.” meint, die Interessen von Menschen mit HIV und AIDS zu vertreten. Jedoch auch im Jahr 2010 wird dieser Anspruch nicht erfüllt. Die Betroffenen werden zum wiederholten Male benutzt und geschädigt.

Schon im September 2009 ist der Verein mit einer Kampagne aufgefallen, in der Menschen mit HIV als Hitler, Stalin und Saddam Hussein dargestellt werden. Ulrich Würdemann hat sich in seinem Blog ondamaris kritisch dazu geäußert.
Im selben Jahr hat sich der Verein durch die verharmlosende Kampagne “Ich habe AIDS nicht vergessen” gegen die Interessen der vermeintlich Vertretenen gewandt. Auf Zwischenzeit wurde darüber berichtet.

Doch die Kritik von Menschen mit HIV und AIDS ist für den Verein kein Anlass, seine Strategie zu ändern. Weiterhin bedient er sich der Aufmerksamkeitsökonomie und verwendet einen Slogan, den jeder, der mit der Problematik vertraut ist, nur als eine gefährliche Lüge bezeichnen kann.

Plakat: www.vergissaidsnicht.de

Plakat: www.vergissaidsnicht.de

”Man stirbt nicht mehr an Aids” hat Hans Jäger vom Kuratorium für Immunschwäche in München schon im Jahr 2007 in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung festgestellt. Drei Jahre später gilt dieses immer noch und wurde wiederholt von HIV-Behandlern bestätigt. Es gilt die Aussage: AIDS ist nicht heilbar aber therapierbar. Wer sich heute infiziert und Zugang zu Medikamenten hat, wird nicht an AIDS sterben.

Sehen sich frisch infizierte Personen durch die falsche Aussage “AIDS = Tod”, welche vom obigen Plakat suggeriert wird, in eine so ausweglose Lage versetzt, dass sie den Freitod wählen, dann müssen die Macher der Kampagne gefragt werden, wie viel Schuld sie am Tod dieser Menschen tragen.

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3 Kommentare zu “vertreten - verkauft - verraten von “Vergiss AIDS nicht e.V.””

  1. michèle meyer

    ja. für was wir alles hinhalten müssen, ist schon verwirrlich, beängstigend und vor allem verletzend. als hiv-positive frau wehre ich mich entschieden gegen diesen missbrauch, der durch vermeintlich der solidarität verpflichteten begangen wird. ich hoffe bloss die spender und gönnerinnen werden hellhörig und drehen den geldhahn zu.
    michèle meyer

    #259
  2. RT @fransvonhahn: @vorstadtclown ich dachte an die Kommentare von TrauriginHamburg in deinem Blog als ich den Artikel schrieb http://bit.ly/5J8ouy

    #263
  3. Es ist erschreckend zu beobachten, dass so genannte Vertreter einer Interessengemeinschaft eine Werbekampagne starten, die Menschen mit HIV und Aids entweder verteufeln oder deren Lebenssituation verharmlosend darstellen. Wie fern sie den Betroffenen zu sein scheinen. Es wäre eine Kampagne vonnöten, die die Vertreter der Interessengemeinschaften erst einmal sensibilisiert, bevor sie überhaupt Mitglied dieser Interessengemeinschaft sein dürfen.

    #264

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