Eine Tragödie in drei Akten “Der Blut-AIDS-Skandal”. Inszeniert von der Regierung.

Autor: Andreas Bemeleit

In der durch die Regierung inszenierten Tragödie “Der Blut-AIDS-Skandal” wird jetzt der dritte Akt aufgeführt. Diese Tragödie monumentalen Ausmasses mit tausenden Toten, ebenso vielen schwer verletzten Akteuren begann vor 30 Jahren.
Daher ist eine Zusammenfassung aller Akte angezeigt.

Erster Akt: Das Grosse Sterben
Neuartige Medikamente ermöglichen eine epochale Verbesserung der Behandlung von Patienten mit einer angeborenen Blutgerinnungsstörung, allgemein bekannt als Bluter. Doch die Freude über die Erleichterung ist von kurzer Dauer. Die Aufsichtsbehörden der Regierung lassen es zu, dass mit HIV und Hepatitis-C verseuchte Medikamente vertrieben werden. Vertrauensvoll spritzen sich die Bluter die neuen Medikamente. Tausende sterben an AIDS. Nahezu alle werden mit Hepatitis-C infiziert. Die Überlebenden haben nicht nur die Gewissheit qualvoll an AIDS zu sterben, sondern sehen sich auf Grund der politischen Stimmungsmache in einer aussichtslosen sozialen Isolation.

Zweiter Akt: Zuckerbrot und Peitsche
Entgegen aller Prognosen gibt es auch nach mehreren Jahren noch Überlebende. Es wird eine Untersuchung des Geschehenen angeordnet. Mit dem Ergebnis, dass die Aufsichtsbehörden der Regierung schuldhaft gehandelt haben. Den Betroffenen wird eine Entschädigung durch monatliche Zahlungen angeboten. Im Gegenzug verpflichten sie sich, auf alle weiteren Forderungen zu verzichten. Um nicht weiter in die Isolation getrieben zu werden, verschweigen die Bluter das Geschehene.

Dritter Akt: Ansetzen der Daumenschrauben
In unregelmäßigen Abständen wird damit gedroht, die Zahlungen einzustellen. Aus den vereinbarten Leistungen seitens der Regierung wird ein Akt der Gnade. Der jahrelange Überlebenskampf der Betroffenen hat tiefe Spuren hinterlassen. Der notwendige Medikamentenmix zum Schutz vor dem Ausbruch von AIDS zeigt schwere Nebenwirkungen. Nur noch wenige können einer Arbeit nachgehen. Die Abhängigkeit von den Zahlungen erreicht ein Maximum. Doch es reicht nicht, dass die Betroffenen angeschlagen am Boden liegen. Noch einmal findet die Regierung eine Möglichkeit erneut auszuteilen. Die im zweiten Akt getroffene Vereinbarung wird seitens der Regierung aufgekündigt. Sie verlangt, dass die Betroffenen ihr Privatleben offenbaren. Jetzt sind die Zahlungen abhängig von Bedingungen, die einzig und allein der Regierung bekannt sind.

Der Vorhang fällt. Doch niemand klatscht Beifall.

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